Drei MarTech-Mythen auf dem Prüfstand

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Vom 1. bis 3. Oktober 2018 findet in Boston die nächste MarTech-Conference statt und ich bin wieder dabei.

Im Vorfeld der Konferenz greife ich drei Marketing-Technologie-Mythen auf – ähnlich wie Vordenker Scott Brinker es in einem Beitrag anlässlich der MarTech, die im April in San Jose stattfand, praktiziert hat.

Mythos 1: KI, große Datenmengen und Analysen verdrängen die „Kunst“ aus dem Marketing

Ich teile Scott Brinkers Auffassung, dass dies nicht der Fall ist. Je datengetriebener Marketing wird, desto wahrscheinlicher bildet Kreativität das Unterscheidungsmerkmal für einzigartige Kundenerlebnisse. Unternehmen müssen nicht, wie jüngst Zalando, zum großen KI-Marsch blasen und aufgrund IT-gestützter Automatisierung massenhaft Mitarbeiter aus der Marketingabteilung entlassen. Denn die wichtige Frage ist: Bis wann ist die Technik so weit, dass sie kreative Aufgaben übernehmen kann? Ich denke, dass das in den nächsten zwei bis fünf Jahren nicht der Fall ist. Und auch ohne die eierlegende Wollmilchsau KI könnten Marketing-Mitarbeiter mit den heutigen Tools tolle, kreative Kampagnen erstellen. Fazit: Ist also KI im Marketing nur ein Feigenblatt für fehlende Kreativität?

Mythos 2: Chief Marketing Officer (CMO) müssen Technologen sein, um im heutigen Umfeld führen zu können

Das ist eine viel zu pauschal formulierte Anforderung. Wie Scott Brinker denke ich, dass CMOs keine Technologen sein müssen, gleichwohl sie aber mehr und mehr technische Kompetenz benötigen. Anders formuliert: Es geht um das Verständnis von Software bzw. bzw. Systemen, die im Marketing und Vertrieb eingesetzt und genutzt werden. Dieses Know-how kann aber auch im Team eingebettet sein. Die Frage ist doch vielmehr, wie der CMO seine Mitarbeiter mit den verschiedenen Rollen steuert.

Lesen Sie hier, über welche elf Eigenschaften ein CMO verfügen sollte und hier, wie z. B. Spotify intern aufgestellt ist!

Mythos 3: Der schwierigste Teil des modernen Marketings ist die Implementierung der Technologie

Scott Brinker bezeichnet Technik oft als ein Kinderspiel im Vergleich zu den notwendigen organisatorischen Veränderungen. Ich sehe das zwiespältig. Das Implementieren der Technologie stellt eines der am stärksten mit Fehlern behafteten Dinge dar. Dennoch gebe ich Scott Brinker recht: Unternehmen brauchen die Voraussetzungen des organisatorischen Change. Wer etwas verändern will, muss diese Herausforderung in Kauf nehmen.

Übrigens: Wir von 1A Relations unterstützen Unternehmen dabei. Damit die Teams effektiv zusammenarbeiten und die Einführung neuer Technologie auf Dauer erfolgreich ist, haben wir ein Trainingskonzept entwickelt, das auf die Schulung der vorhandenen Mitarbeiter abzielt. In den nächsten ein bis zwei Monaten wird es am Markt verfügbar sein. Das wäre dann bis zur MarTech, über die wir selbstverständlich berichten.

Also: Nicht jedem Mythos glauben, sondern lieber hier auf der www.CRM-Tech.World laufend informiert bleiben!


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