Bild: Motion Stage DMEXCO

Von Hausaufgaben und Hype auf der neuen DMEXCO

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Die neu konzeptionierte DMEXCO hat heute in Köln begonnen. Doch vieles ist gar nicht so neu.

Trotz des überarbeiteten Konzeptes fühlt sich so manches vertraut an. Schätzungsweise tummeln sich ähnlich viele Besucher wie 2017 auf dem Event, das als einer der Treffpunkte von wichtigen Entscheidungsträgern aus Digital Business, Marketing und Innovation gilt.

Für jeden etwas dabei – aber wo?

In der Conference ist für jeden etwas dabei. Allerdings sind die zehn verschiedenen Formate unübersichtlich. So werden „führende Köpfe der Digitalbranche“ auf der Congress Stage beworben. Auf der Debate Stage finden Diskussionen rund um die digitale Wirtschaft statt, Visionäre und Vordenker geben sich auf der Experience Stage ein Stelldichein. Erfolgreiche Unternehmer von morgen sind im Start-up Village zu finden und auf der Motion Stage geht es um die Zukunft des Videos. Außerdem gibt es ein TV Studio, Work Labs, Seminare, eine „World of Agencies“ und das Speakers Forum. Wer hier schnell fündig werden will, muss genau wissen, was er sucht und wohin er dafür muss. Denn ohne Vorwissen erschließt sich das Ziel nicht.

Hype oder Hausaufgaben?

Auch die herrschende Aufbruchsstimmung in die „schöne neue Welt“ ist vertraut. Redner und Produkte werden gehypt und viele streben danach, die wichtigsten Neuerungen zu entdecken.

Nur kurz inne gehalten: Es ist einfach über die schöne neue Welt nachzudenken. Doch sieht die Realität nicht etwas anders aus? In sehr vielen Unternehmen fehlen noch ein paar Schritte, bevor die Startrampe ins All solide und die Rakete „in die neuen digitale Galaxien“ abschussbereit ist . Es sind schlicht oft noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen. Erst dann profitiert das Unternehmen oder der Bereich von den vielen tollen neuen Tools, die auf der Messe feil geboten werden.

Das belegt zum Beispiel die Studie „Business-Relevanz künstlicher Intelligenz“, die der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) auf der DMEXCO präsentiert. Demnach betrachten 42 Prozent der Befragten die Bedeutung von KI für ihr Geschäftsmodell als wichtig, 36 Prozent als „eher wichtig“ und 59 Prozent rechnen mit einem Umsatzwachstum durch KI. Gleichzeitig weiß, oder besser ahnt, etwas mehr als die Hälfte, dass ihr Unternehmen nicht in der Lage ist, das Potenzial von KI voll auszuschöpfen und 61 Prozent, dass der aktuelle Regulierungsrahmen in Deutschland den Anforderungen und Möglichkeiten von KI nicht gerecht wird.

Ich bin mir des Agentenrings sicher, dennoch höre ich nie auf das Thema Daten- und Adressqualität als Führungsthema zu verstehen. Ohne diese Leadership-Aufgabe ist kein Einsatz von KI, sind keine Newsletter-Personalisierungen oder customized Products mit 3D-Drucker möglich.

Ich bin mir sicher, dass viele Firmen das Thema KI noch nicht beherrschen. Auch nicht beherrschen können. Dazu bedarf es der Kompetenzen, einer oft mind. 1 jährigem Zeit bis Tools beherrscht werden. Und auch die Toolauswahl ist nicht einfach. Wir selbst haben letztes Jahr ein Gehaltes KI-Produkt gestestet und für schlecht befunden. Kein Mehrwert gegenüber dem Einsatz von Tools wie SAS, Tableau oder Qliq. Es besteht somit ein sehr großes Risiko, viel Geld in den Sand zu setzen.

Erstes Zwischenfazit

Ergo: Halten Sie den Ball flach! Schauen Sie, was es Neues gibt. Beobachten, aber nicht jedem Trend nachrennen. Prüfen Sie, ob nicht zuerst offene Hausaufgaben oder Grundlagen zu erledigen sind!

Foto: Koelnmesse


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