Vorsicht vor CRM-Trends – das ist wie Schrotflinten schießen

450

Nicht alle CRM Trends, die zum Jahreswechsel ausgerufen werden, sind

  • neu
  • wichtig
  • relevant.

Es ist Tradition, dass die Journalisten vor dem Jahreswechsel nach den aktuellen CRM Trends fragen. Die Journalisten aus meinem Netzwerk fragen mich danach nicht mehr. Warum?

Trends liegen nicht im Keller oder warten bis sie wachgeküsst werden.

Weil die Trends nicht das Jahr über im Keller warten, bis sie endlich am Jahresende an die Öffentlichkeit gelangen.

Sondern sie entstehen meist langsam. Sie entwickeln sich entweder aus sich selbst heraus (viral, mit Eigendynamik) oder sie werden durch gezielte Propaganda der „Befürworter“ mithilfe der Medien entwickelt.

Gerade beim zweiten Beispiel ist besondere Vorsicht geraten. Wer hat welche Studie mit welchem Ziel erstellt und veröffentlicht die Daten zu seinem Zweck: Nur, um sein Geschäftsmodell zu fördern!

Erinnern Sie sich noch an die Schweinepest oder Vogelgrippe? Da wurde mit Statistiken hantiert. Mann, Mann, Mann! Auf unsicheren Zahlen Entwicklungen prognostizieren und Angst schüren!

Wer unterjährig einen wichtigen Trend – besser ein für ihn relevantes Thema – nicht mitbekommt, der benötigt diesen eben gerade nicht. Wer jedem Trend hinterherläuft, differenziert sich auch nicht. Und läuft – ja hechelt – sich zu Tode. Der Trendverweigerer könnte sogar eine Anti-zyklische Strategie haben.

Trends werden gerne pauschalisiert. Das ergibt aber keinen Sinn! Ist ein Trend besonders wichtig und trifft fast alle (irgendwann mal), dann ist es ein Megatrend. Aber so ist er (z. B Künstliche Intelligenz bzw. KI) wie – oben geschrieben – schon den meisten bekannt. KI ist jedoch so facettenreich, dass es nicht einen KI-Trend gibt, sondern innerhalb der KI-Szene ganz viele Einsatzmöglichkeiten, viele Chancen und Risiken.

Oder, der verkündete Trend passt eben nicht auf alle Leser gleichzeitig. Wenn überhaupt, sind es dann mal 10 %. Also wäre eine Individualisierung auf die Zielgruppen notwendig. Klappt aber leider auch nicht, weil das Geschäftsmodell und der Status quo der Firma dann doch zu individuell sind.

Zwei Beispiele:

Was sagt dieses Chart von Gartner aus? Welche Skala liegt der y-Achse zugrunde?

Wie wichtig sind die Trends in diesem Chart? Was leiten Sie für Ihr Business daraus ab? In welchem Kontext sind die Prognosen entstanden?

Fazit: Dann lieber keine Trendprognose.

Das wäre zum einen eine Wiederholung von schon x-Mal Gesagt- oder Zitiertem.

Zum anderen geht es uns doch lieber um Grundlagen, die fast alle benötigen.

Darüber hinaus sollten es individuelle Vorschläge sein, welches Thema zur aktuellen Situation am besten passt.

Ansonsten ist das wie Schrotflinten schießen: Irgendeinen wird es schon treffen. Und wenn es der Falsche ist.




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.