Das Ende von Microsoft Dynamics? … und die Suche nach dem Heiligen Gral

Gene Marks prophezeit das Ende von Microsoft Dynamics 365

Gene Marks, Unternehmer, Autor und CRM-Spezialist, sorgte vergangene Woche mit seinem Artikel im Forbes Magazin für Aufsehen. Er prophezeite das Ende vom Microsoft Dynamics 365, dem Tool für ERP und CRM aus dem Hause Microsoft.

Bei Microsoft Dynamics 365 handelt es sich um eine Business-Software von Microsoft. Sie kombiniert ERP- und CRM-Lösungen in einer gemeinsamen Cloud. Es können zum Beispiel Module für Finanzen, Vertrieb, Verwaltung oder Marketing integriert werden. Dabei nutzt Dynamics einen modularen Aufbau. Es wird nur implementiert, was wirklich nötig ist.

Weitere Informationen zum Cloud-System Microsoft Dynamics 365 finden Sie hier.

Unternehmen, die auf Lösungen von Microsoft setzen, werden sich in Zukunft also möglicherweise auf die eine oder andere Veränderung einstellen müssen. Microsoft Dynamics 365 bietet durch Microsoft Teams jetzt schon eine nahtlose Integration von einigen Office 365 Anwendungen in das Business-Tool. Laut Marks wird diese Entwicklung in den nächsten Jahren das Ende von Microsoft Dynamics bedeuten.

Teams als Bindeglied zwischen den einzelnen Microsoft 365 Produkten

Die jüngsten Entwicklungen zeigen: Microsoft strebt eine barrierefreie Nutzung verschiedener Microsoft-Anwendungen an. So integrierte Microsoft unter anderem den Teams Chat in die Cloud-Lösung Dynamics 365. Dies führt zu einer ungemeinen Zeitersparnis bei den Unternehmen. Die Integration ermöglicht nicht nur das Teilen von Medien und Dateien zwischen den Plattformen, sondern auch eine Analyse von Daten und somit eine Optimierung von CRM- und ERP-Systemen.

Diese Neuorientierung steht in engem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Erst durch diese Krise und die damit einhergehende digitale Transformation konnte Microsoft Teams so richtig Fahrt aufnehmen. Teams ist heutzutage für viele Unternehmen sogar wichtiger als die meisten anderen Office 365 Anwendungen. Selbst Word und Excel wurden in puncto Relevanz von Teams überholt.

Diese Entwicklung beschränkt sich allerdings nicht nur auf Microsoft. Vielmehr springen auch andere Anbieter im Bereich CRM  und ERP auf diesen Zug auf. So wurde zum Beispiel am 03.12.2020 bekannt, dass der Microsoft-Konkurrent Salesforce das Collaboration-Tool Slack übernehmen wird. Wir berichteten hier bereits ausführlich über den 27,7 Mrd. $ Deal. Und hier war auch das Produkt Teams ein Mitgrund für die Kaufentscheidung.

Was sind die Konsequenzen des Trends?

Der Trend führt laut Gene Marks auch dazu, dass man langfristig eine Komplettlösung fordern wird, die Office 365 und Dynamics 365 kombiniert. Zumindest, wenn man nach dem Wunsch der meisten Unternehmen geht: Viele wünschen sich eine einheitliche, alles umfassende Komplettlösung.

D. h. eine Lösung, die das Customer-Relationship-Management, das Enterprise-Resource-Planning und sämtliche Office 365 Anwendungen kombiniert. Es handelt sich sozusagen um die Suche nach dem Heiligen Gral und somit möglicherweise um das Ende der Marke Microsoft Dynamics.

Kommentar: Was bedeutet ein mögliches Ende von Microsoft Dynamics für die Nutzer?

Nach der ersten Analyse von Gene Marks‘ These bedeutet das im Grundsatz nur: Der Markenname von Dynamics 365 wird vermutlich verschwinden. Es wird eine neue Produktmarke bzw. -linie mit neuem Namen entstehen. Diese bietet dann Microsoft als Komplettbaukasten den verschiedenen Zielgruppen zur modularen Nutzung an.

Denn klar ist, die eierlegende Wollmilchsau wird es wahrscheinlich nicht geben. Die derzeitigen Entwicklungen zeigen aber auch eine klare Linie von Microsoft: Man strebt eine möglichst barrierefreie Nutzung sämtlicher Microsoft-Tools an. Es deutet vieles auf eine große Plattform hin – auf Kosten der Marke Dynamics 365.

Sollte dies tatsächlich das Ende von Microsoft Dynamics bedeuten? Dann müssen sich die Kunden und Dienstleister auf eine neue Namen und veränderte Lösung einstellen. Es wird natürlich auch Veränderungen im Vertrieb bei Microsoft sowie neue Funktionen geben, an die sich die Mitarbeiter gewöhnen müssen.

Möglicherweise muss sich der Nutzer auf eine verwirrende Flut neuer Bezeichnungen einstellen. Dafür bietet die Integration auch die Möglichkeit einer effizienteren Arbeitsweise und somit einer Zeitersparnis bei den Kunden.

Unser Fazit

Sollte Microsoft die Kombination von Dynamics 365 und Office 365 z. B. über die „Schnittstelle“ von Teams gelingen, kann dies im Großen und Ganzen einen deutlichen Vorteil auf Seiten der Nutzer erzeugen.

Es besteht aber eben auch die Gefahr, dass die Umstellung auf ein neues System komplizierter wird. Microsoft befindet sich grundsätzlich auf dem richtigen Weg, am Ende wird die Umsetzung über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Mehr Klarheit deutet auf jeden Fall auf Erfolg hin.

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