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Update – Infor: Koch Industries kaufte seinen Software-Lieferanten

Beachtenswerte Meldung aus den USA:

Das zweitgrößte nicht-börsennotierte Unternehmen in den USA kauft seinen Software-Lieferanten Infor für 11 Mrd. Dollar

Koch Industries, ein Mischkonzern mit einem Umsatz von 110 Mrd. Dollar, war 2017 bei Infor eingestiegen. Die Konzern-Mutter Koch wollte sich für die Umsetzung der Digitalisierungstrategie Hilfe sichern. Koch Industries hat nun auch die restlichen Anteile an Infor gekauft.

„Als globales Unternehmen, das mehrere Branchen in 60 Ländern abdeckt, verfügt Koch über die Ressourcen, das Wissen und die Beziehungen, um Infor bei der weiteren Expansion seiner transformativen Fähigkeiten zu unterstützen. Infor hat rund 4 Milliarden US-Dollar in Produktdesign und -entwicklung investiert, um branchenspezifische CloudSuites bereitzustellen, die die schwierigsten betrieblichen Probleme für über 68.000 Kunden weltweit lösen.“

Die Kundenliste von Infor (Umsatz 3,2 Mrd. Dollar, 17.300 Angestellte) ist eindrucksvoll.

Dazu gehören nach eigenen Angaben:

  • die 20 größten Luft- und Raumfahrtunternehmen
  • 9 der 10 größten High-Tech-Unternehmen
  • 18 der 20 wichtigsten Automobilzulieferer
  • 14 der 20 größten Industriehändler
  • 4 der Top 5 Brauereien

Die Transaktion wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2020 abgeschlossen.

Wird es Salesforce ähnlich ergehen? Wir bleiben für Sie am Ball!

Bild: Koch Industries

Update vom 09.05.2020:

Rückblickend macht dieser Deal nach wie vor Sinn. Diese exklusive Unabhängigkeit ist für eine große Firma wie Koch Industries sehr wichtig.

Hätte man sich für Salesforce oder andere große Tools entscheiden, entsünde ein großes Risiko: Führt man eines der großen Software-Anbieter ein, wird dieser später wie z.B. Gerüchte zu Salesforce geschrieben werden, aufgekauft. Das wäre ein beträchtliches Investitionsrisiko.

Die jetzige Lösung hat sogar einen ganz großen Vorteil: Alle Unternehmen innerhalb des Konzerns können gegenseitig von der Expertise der anderen profitieren. Die Kosten sind besser zu skalieren als bei einem unabhängigen Drittanbieter.

Und da Info auch noch für andere Firmen arbeitet, kommt laufend frische Expertise in den Konzern. Sofern dies nicht wegen Konkurrenzausschluss verhindert wird.