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Dialogmarketing wächst auf jeden Fall. Neue Erkenntnisse des Dialogmarketing-Monitors der Deutschen Post

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In der 30. Ausgabe des Dialogmarketing-Monitors weist die Untersuchung der Deutschen Post AG (DPAG) positive Signale – sprich Wachstum – für 2017 aus.

Die Zusammenfassung des Dialogmarketing-Monitors hebt folgende Punkte hervor:

Die wichtigsten Fakten zum Werbemarkt 2017:

  • Deutscher Werbemarkt wächst um 2 % auf 41,6 Mrd. €
  • Dialogmarketing ist Wachstumsmotor mit 4 % Zuwachs
  • Klassikmedien wachsen nur moderat, budgetstärkste Medien sind Onlinemarketing, Anzeigen, Werbesendungen und TV
  • Lediglich Anzeigenwerbung erleidet Verluste – alle anderen Medien verzeichnen Zuwächse: am deutlichsten Onlinemarketing und Werbesendungen
  • Beliebtestes Medium sind weiterhin Anzeigen
  • Werbeaktivitäten sind branchenabhängig; Top-Medien sind: Handel: volladressierte Werbesendungen, Dienstleister: Onlinemarketing, produzierendes Gewerbe: Fernsehwerbung
  • Gezielte Bestandskundenwerbung macht jedes dritte Unternehmen
  • Wichtigstes Medium ist hier das physische Mailing, gefolgt vom digitalen Mailing

Was bedeuten die Ergebnisse des Dialogmarketing-Monitors?

  1. Komisch, dass nur 1/3 der befragten Unternehmen „gezielte Bestandskundenwerbung machen“
    1. Wäre es nicht für alle Firmen wichtig, sich mehr um die bestehenden als um (unklar in der Entwicklung) neue Kunden zu kümmern?
  2. Man muss schon auf Seite 4 genauer hinsehen, um nicht in der Zahlenvielfalt irr zu gehen.
    1. Die Darstellung des Gesamtmarkts muss erklärt werden. 9,4 Mrd. Euro werden für Online-Marketing ausgegeben, 8,4 Mrd. Euro für Anzeigen und 8,2 Mrd. Euro für gedruckte Werbemittel.
    2. Oben steht, dass der Anzeigenmarkt zurückgeht. ABER, nur um 0,1 %. Auch TV wächst, ABER nur um 0,1 %. Naja.
  3. Seite 5 erklärt etwas die Inhalte des Online-Marketings und bringt eine unwichtige Aussage ins Spiel.
    1. Das Unwichtige zuerst: Anzeigen (53 %) sind beliebter als Online (46 %) und als Plakat (30 %). Was soll man mit dieser Aussage anfangen?
    2. 20 % mehr Nutzer, aber auch 10 % mehr Volumen. Das bedeutet, dass im Schnitt pro Firma der Anteil „Onlinemarketing“ abgenommen hat. Kann das sein?
  4. Die Sicht auf Branchen ist ganz nützlich:
    1. Handel steckt jeden dritten Euro in volladressierte Werbung, sprich Print-Mailings.
    2. Dienstleister favorisieren eher Online, und das produzierende Gewerbe investiert 70 % in klassische Medien. Aber halt, was ist mit dem Außendienst? Der ist sicher nicht mit den Kosten integriert. Das macht eine solche Sicht natürlich schwer vergleichbar.

Fazit schon an dieser frühen Stelle:

  1. Einige Ergebnisse bzw. Darstellungen sind aus der Sicht der DPAG nachvollziehbar, aber nicht wirklich aussagekräftig. z. B. findet keine Unterscheidung nach B2B- und B2C-Aktivitäten statt.
  2. Dennoch sind einige Ergebnisse im Jahresvergleich hilfreich und geben einen ordentlichen Einblick, wie Unternehmen ihre Werbeausgaben strukturieren.
  3. In Summe sind wegen der besonderen Methodik bzw. des Frageansatzes nicht viele Ergebnisse marktgültig.

Methoden-Steckbrief:

Der Dialogmarketing-Monitor 2018 zeichnet ein repräsentatives Bild der deutschen Werbelandschaft im Jahr 2017.

Die Basis dafür bilden 2.769 telefonische Interviews mit Marketing-Entscheidern.

Download kann hier angefordert werden