Wohin geht der Trend in den IT-Landscapes? Mehr Spezialisten oder wenige Generalisten

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Wer Scott Brinkers Post aus April (MarTech-Conference West in San José) kennt und so wie ich vergangenes und dieses Jahr auf der MarTech East in Boston dabei war, der weiß ein wenig über die klassischen Probleme der Unternehmen.

Scott und die Konferenz lobten 2017 den Stack Award aus. Firmem konnten ihre ihre IT-Landschaft zeichnen und einreichen. Eine Jury bewertete diese dann. Sowohl für die Konferenz in Boston 2017 als auch in San José 2018.

Gewonnen hat derjenige, der das bunteste Bild gemalt hat. Es wurde mit viel Liebe zum Detail und Kreativität gezeichnet. Da alles aber für eine Stiftungszuwendung organisiert wurde, sind die wirklichen Gewinner die Teilnehmerinnen von Girls in Tech. Sie bekamen eine Spende in Höhe von 5.400 Dollar (je Einreichung 100 Dollar).

Was lernen wir daraus?

  1. Zählen Sie mal, wie viele Tools teilweise im Einsatz sind! Dann werden Sie in manchen Fällen auf mehrere Hundert kommen.
  2. Die geordnete Darstellung täuscht leider über die oft unklare und unaufgeräumte Realität hinweg.
  3. Am 02. und 03.10. erzählten Firmen wie Yamaha oder …, wie sie gerade auf dem Weg sind aufzuräumen. Denn sie haben erkannt, dass das „Chaos“ so auf Dauer nicht mehr haltbar ist.
  4. Das Ziel bei den Beispielen ist, auf acht bis zehn Tools zu reduzieren. Das bedeutet, sie konzentrieren sich auf mehr Generalisten als Spezialisten.
  5. Dabei wurde in Boston sehr oft das Ziel „Nest-of-breed“ genannt.
  6. Pauschal kann niemand die Frage nach mehr Spezialisten oder weniger Generalisten beantworten, sie ist individuell zu beantworten. Denn generell empfehlen wir, die Konzeption mit einem Generalisten-Tool, das möglichst viel gut kann, zu starten. Die Schwächen des Kerntools bzw. fehlende Funktionalitäten werden durch Spezialisten ergänzt bzw. veredelt.
  7. Alle Gesprächspartner – auch Yamaha oder … – gaben zu, dass sie sich „auf dem Weg befinden“. Auf Nachfragen gab es keine Antwort, wann sie den geplanten Zustand erreichen werden.

Fazit:

  1. Die eingereichten Skizzen stellen Ideen und Anregungen dar.
  2. Solch ein Bild zu malen, ist grundsätzlich sinnvoll. Aber Vorsicht, es könnte einen selbst frustrieren. Macht nichts. Das ist ja da Ziel, sich einen Überblick über den eigenen Wildwuchs zu verschaffen.
  3. Sie sind in aller Regel kein Vorbild oder keine Blaupause zum Nachmachen, denn in jedem Fall sind die Rahmenbedingungen extra zu betrachten.
  4. Eine „Müll-Entsorgung“ ist generell ratsam. Daran führt kein Weg vorbei.
  5. Dabei dann das eine oder andere Tool zu ersetzen, für die User moderne bzw. GDPR-DSGVO-konforme Tools einzuführen, ist empfehlenswert.
  6. Wichtig ist, sich ein Bild, Big Picture, der Zukunft zu definieren. Über dieses Bild sollte die Roadmap, dieses Ziel zu erreichen, entworfen werden.
  7. Leider ist auch klar: Das Bild wird im Laufe der Zeit mehrfach umgemalt oder sogar neu gezeichnet. Die technologische Entwicklung ist derart schnell, dass bei laufender Betrachtung der Neuerungen Umdenken und neu handeln angesagt sind. Dazu gehören auch die Learnings der User, die mit Einsatz eines Tools Erfahrungen sammeln, die bei der nächsten Investition mit einfließen können, bessere Entscheidungen zu treffen.

Dieses Jahr gab es keinen Award. Deshalb hier noch einmal der Rückblick auf die Einreichungen vom vorangegangenen Mal:

54 marketing stacks from The Stackies 2018: Marketing Tech Stack Awards – Chief Marketing Technologist
— Weiterlesen chiefmartec.com/2018/04/54-marketing-stacks-stackies-2018-marketing-tech-stack-awards/

Bildquelle: chiefmartech.com