Liqui Moly erleidet Gewinneinbruch nach Softwareinführung

Heftige Probleme mit neuer Software

Probleme mit einer neuen Software machen dem Ulmer Schmierstoffhersteller Liqui Moly aktuell zu schaffen. Jetzt brach der Gewinn im 1. Halbjahr stark ein. Liqui Moly-Chef Ernst Prost ist extrem sauer und macht Microsoft bzw. den Dienstleister dafür verantwortlich. Dies schreibt der WiWo-Autor Michael Kroker am 11.07.2019 in seinem Online-Artikel.

Aber liegt es nur an Microsoft? Dem Bild von Liqui Moly Chef Probst zufolge, könnte man es meinen.

Vielleicht zu lange am Altsystem festgehalten?

Fakt ist (so schreibt der Autor weiter), dass „von einem Tag auf den anderen“ (von einem alten, stark individualisierten Altsystem auf Basis einer IBM AS400) auf die neue ERP-Software gewechselt wurde.

Dies ist natürlich nicht möglich. Wir vermuten eher, dass das Altsystem auf der AS400 solange ausgereizt wurde, bis das System an seine Grenzen gestoßen ist. Somit gab es keine andere Alternative, als eine möglichst schnelle Neueinführung. Und innerhalb dieser Neueinführung wurde sicherlich aus Zeitdruck der eine oder andere Projekt-Fehler begangen.

Das Ergebnis: Viele Prozesse liefen unrund, und – so wird der Firmen-Chef zitiert: „Ich habe mich noch nie so oft bei meinen Kunden entschuldigen müssen, wie in den letzten 6 Monaten“. Ein Rückgang im Umsatz von ca. 1 %, aber im Ergebnis von ca. 30 % (Vergleich 1. Halbjahr 2019 zum 1. Halbjahr 2018).

Aus der Ferne betrachtet bleiben viele Fragen offen: Wurde zulange auf dem Altsystem gearbeitet? Haben das Unternehmen und der Dienstleister grundsätzliche Einführungsregeln außer Acht gelassen? Waren erfahrene Projektleiter (auf Seiten von Liqui Moly als auch auf der Seite des Microsoft-Dienstleisters) und Prozesskenner an Bord? War die Zeitvorgabe für den Go Live zu optimistisch?

Fazit

Wenn so ein wichtiges Projekt derart in die Grütze gefahren wird, dann wurden viele Fehler gemacht. Und nicht einer allein ist schuldig. Das ist auch klar. Wir versuchen in den nächsten Tagen mehr Licht ins Dunkel zu bringen, denn aus solchen Erfahrungen können wir nur alle lernen. Häme ist – wie immer – nicht angebracht.

Bild: Liqui Moly, GF Ernst Prost

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